Amelie Fischer's Herzblog

Gesundheits Tipps für Ihr Herz

Richtiges Atmen kann auch bei Herzrhythmusstörungen helfen

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Atmen – aber richtig

Pusteblume by Viktor Schwabenland/www.pixelio.de

Der Atem und das Herz haben eine wichtige Eigenart gemeinsam: Beides arbeitet ohne unser direktes Zutun. Genauso wie das Herz ohne Unterlass und vollkommen selbstständig schlägt, versorgt unser Körper uns ohne unsere direkte Einwirkung mit Sauerstoff durch die Lungen, die ständig arbeiten. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie bedeutsam der Atem für das gesamte Wohlbefinden ist, denn man atmet ja sowieso automatisch.

Da ich als Sängerin lange auf der Bühne gestanden habe, weiß ich, wie wichtig Atem ist. Es ist in der Gesangsausbildung mit eines der wichtigsten Grundpfeiler, denn ohne richtiges Atmen kann der Ton nicht frei strömen, die Stimmlippen werden falsch belastet und man kann sich durch eine falsche Atemtechnik wirklich die Stimme ruinieren. Aber richtiges Atmen kann natürlich noch viel mehr bewirken als kräftig zu singen, ohne heiser zu werden.

Richtiges Atmen versorgt Ihr Herz mit Sauerstoff und kann Herzrhythmusstörungen beheben.

Für ein gesundes Herz ist es wichtig, dass Sie Ihren Körper, bzw. seine Zellen mit genug Sauerstoff versorgen. Im Gegenzug wird schädliches Kohlendioxid ausgeschieden. Seelische und körperliche Probleme kann man mit dem richtigen Atmen verbessern und sogar vollständig beheben. Wer z.B. ständig unter Druck steht und damit auch stressbelastet ist, kann davon u.a. schwere Herzrhythmusstörungen bekommen.

Wenn Sie zu oft nur in den oberen Brustkorb atmen, man nennt das eine flache Atmung, erhält Ihr Körper zu wenig Sauerstoff. Zudem verkrampft sich dabei häufig die obere Muskulatur. Man hat festgestellt, dass über 80 % der Menschen zu flach atmen. Dabei wird die Atmung schneller und unruhiger, das Herz schlägt schneller. Denn eine solche Atmung macht der Mensch automatisch, wenn er sich in Gefahr begibt und in Gefahrensituationen ist eine solche Flachatmung auch angebracht.

Auf Dauer aber schädigt und belastet eine solche falsche Atmung den Körper, denn er wähnt sich damit ständig in Gefahr und belastet so unbewusst auch die Psyche. Aussprüche wie „atemlos sein“ oder „es stockt mir der Atem“ beschreiben ja auch solche Gefahren- oder Schocksituationen.

Schädlich für Ihr Herz-Kreislauf-System

Beobachten Sie mal Ihren Atem, wie geht er: schnell und hektisch, nur bis zum Hals, fühlen Sie den Atem nur im oberen Brustkorb? Wenn das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie schleunigst etwas daran ändern. Das ist Gift für Ihr Herz und das Herz-Kreislauf-System.

Mit dem richtigen Atem können Sie sogar einem Herzinfarkt vorbeugen, weil Sie damit Ihre Seele und den Körper entspannen lernen. Auch wer über Kurzatmigkeit klagt, wird feststellen, dass er nur in den oberen Bereich der Brustmuskulatur atmet. Auch wenn Sie eine schlechte Haltung haben, werden Sie feststellen, dass Sie Ihren Atem nur im oberen Bereich zwischen Hals und oberen Brustkorb spüren.

Kleine Atemübung

Setzen Sie sich einfach mal gerade hin und strecken Ihren Rücken und das letzte Ende, auf dem quasi der Kopf sitzt. Sie werden sofort ein befreienderes Gefühl verspüren, weil die Luft dann nämlich nicht mehr abgequetscht wird, sondern frei zirkulieren kann. Versuchen Sie dann ganz entspannt und locker, tief in den Bauch zu atmen. Spüren Sie, wie sich das Zwerchfell unter dem Brustbein nach unten senkt.

Machen Sie diese Übung dann im Liegen, indem Sie Ihre Hand auf den oberen Brustkorb legen und bewusst dorthin atmen. Dann legen Sie Ihre Hand auf den Bauch und atmen bewusst dorthin. Zumindest versuchen Sie es, es wird vielleicht am Anfang noch nicht ganz klappen. Machen Sie diese Übung auch im Stehen und passen Sie auf, dass Sie dabei kein Hohlkreuz machen, das verhindert auch den richtigen Luftfluss.

Atem – Energiequelle für Körper und Psyche

Um jetzt wieder auf das Singen zurückzukommen: Sie haben bestimmt schon Sänger gehört (ich rede jetzt vom klassischen Gesang), deren Töne gequetscht oder spitz klingen. Auch hier ist eine falsche Atmung das Grundübel, denn die Luft wird gestaut und dann mit „Hurra“ durch die Stimmbänder oder besser gesagt Stimmlippen gepresst. Das freut den Stimmmuskel nicht besonders, wie Sie sich vorstellen können und dann klingt er eben etwas gequält.

Atem ist Leben und deswegen sollte man ihn auch beachten und nicht als selbstverständlich ansehen. Über den Atem entgiften wir zudem am meisten. 70 % der Entgiftung geschieht über den Atem, dann wird über unser größtes Organ, die Haut, und den Urin ausgeschieden und nur 3 % Schlackenstoffe gelangen über die Verdauung aus dem Körper.

Also achten Sie Ihre Atemorgane und befreien Sie Ihren Atemapparat von unnötigen Muskelverspannungen. Versuchen Sie frei und locker die Luft in den Körper „fallen“ zu lassen, d.h.: Öffnen Sie sich für den Atem und Sie werden mit der Zeit einige Beschwerden nicht mehr verspüren. Vielleicht bekommen Sie sogar Ihre Herzrhythmusstörungen mit dem richtigen „Durchatmen“ in den Griff.

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