Amelie Fischer's Herzblog

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Selbstliebe contra Selbstmitleid

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Selbstliebe contra SelbstmitleideEs gibt gerade nach den Feiertagen und Neujahr unzählige Anleitungen, wie Sie Ihr Gewicht und die angefutterten Pfunde durch zu viel Essen, Plätzchen naschen und Alkohol trinken wieder reduzieren können. Wenn man diszipliniert ist, wird man das auch ohne diese diversen Anleitungen schaffen. Diese Abnehm-Maschinerie, die sich regelmäßig in Gang setzt, will ja im Grunde auch nur Eines, nämlich ihre Diäten, ihre Zeitschriften, Wässerchen und Pülverchen verkaufen.

Gut, Weihnachten, Ostern, Geburtstage und andere Festtage verführen dazu, dass man mehr isst. Und da sollte man sich auch nicht kasteien. Es tut einfach gut, mal nicht auf die Kalorien zu schauen und sich in gewisser Weise gehen zu lassen. Das tut auch der Seele gut.

Gerade, weil es so viele Diät-Anleitungen gibt, möchte ich hier nicht näher darauf eingehen. Mir liegt vielmehr am Herzen, Sie auf einen Lebensaspekt aufmerksam zu machen , den Sie sich für dieses noch so junge Jahr 2012 vornehmen sollten oder könnten. Ihr Herz wird es Ihnen danken. Lieben Sie sich selbst!

Eigen- oder Selbstliebe entwickeln

Vielleicht essen manche generell zu viel, weil sie nicht genug Eigenliebe aufbringen. Die Liebe zu sich selbst ist, fast möchte ich sagen, der Dreh- und Angelpunkt Ihres Lebens. Wenn Sie sich selbst genug lieben, schauen Sie auch auf Ihren Körper, Sie muten ihm nicht zu viel zu, aber Sie lassen ihn auch nicht „versauern“. Diesen Begriff kann man sowohl im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinn sehen.

Dabei sollte keinesfalls außer Acht gelassen werden, dass sich Selbstliebe bei weitem nicht auf die körperliche Hülle bezieht, sondern vor allem das eigene Wesen, Seele und Geist miteinbezieht.
Clemens Kuby schreibt in seinem Buch „Heilung, das Wunder in uns“:

„Vorher, wenn der Körper noch vor Schönheit strotzt und das ganze lineare Leben wunderbar vor uns liegt, ja, da kann man sich selbst einen Liebesbrief schreiben oder ab und an mutig in den Spiegel schauen und dabei sagen: Ich liebe mich!

Aber dann, wenn sich die ersten körperlichen Malaisen einstellen, steigt stetig und unerbittlich die bange Frage auf: Sind wir es, die gehen müssen, oder ist es nur unser Körper, der geht und vergeht?“

Das zeigt ganz klar, dass die Eigenliebe nicht nur darin besteht, dass ich mir die schönsten und teuersten Klamotten kaufe und 10 kg abnehme, damit ich mich wieder im Spiegel anschauen kann. Es will zeigen, dass wir uns so lieben, wie wir sind, dass wir uns selbst verzeihen, wenn wir mal Fehler gemacht haben, ja …, auch wenn wir wieder mal nicht widerstehen konnten und ein Plätzchen zu viel genascht haben.

Selbstmitleid resultiert aus zu wenig oder falsch verstandener Eigenliebe

Wer sich nicht selbst lieben kann, weil er sich minderwertig vorkommt, der ist auf dem besten Weg in Selbstmitleid zu verfallen. Die Eigenliebe, die nicht aus Eitelkeit entsteht, sondern aus Respekt vor der Schöpfung und vor sich, ist der Schlüssel, um andere Menschen, Tiere, Pflanzen, Seelen ebenfalls zu lieben – uneigennützig. Nur wer sich selbst annimmt, ist in der Lage, auch andere anzunehmen, sie zu verstehen und wenn nötig, zu verzeihen.

An mir selbst habe ich erlebt, wie schwer es ist, sich selbst zu lieben. Als ich in meiner Ausbildung zum systemischen Coach von anderen Gruppenmitgliedern positiv beurteilt wurde, war mir das fast peinlich. Aufgrund dieser inneren Einstellung zu mir selbst war ich dann aber doch erschrocken. Wenn man sich diesen Umstand bewusst macht, ist es plötzlich nicht mehr schwer, sich selbst zu lieben.

Nehmen Sie sich als geliebtes Wesen an – Sie sind es sich wert

Wenn Sie selbst Probleme damit haben, sich selbst zu lieben, machen Sie Folgendes:

Schreiben Sie auf ein Papier alle Vorzüge, die Sie haben. Schreiben Sie auf, was Sie an sich mögen.

Dann bewerten Sie diese Vorzüge auf einer Skala von 1 – 10. Sie werden plötzlich feststellen, was alles liebens-wert an Ihnen ist. Kleben Sie sich diese Liste an Ihren Badezimmerspiegel, so sehen Sie schon morgens, dass Sie ein wunderbarer Mensch sind. Das meine ich ernst.

Viele argumentieren jetzt: Ich brauch mir das nicht aufschreiben, das hab ich im Kopf. NEIN!!!! Sie haben es nicht im Kopf!!! Und vor allem, es wird nie, nie so stark wirken, als wenn Sie sich wirklich mal die Zeit nehmen und das, was Sie im Kopf haben, auf ein Blatt Papier übertragen. Sie tun es für sich, für niemand anders.

Und jetzt schließt sich der Kreis: Wenn Sie es nicht aufschreiben wollen, zeigt das nicht wiederum, dass Sie sich nicht genügend lieben? Sind Sie  es sich selbst vielleicht nicht wert, Ihre Vorzüge aufzuschreiben?

Raus aus dem Selbstmitleid, denn es kann krank machen

Menschen, die sich selbst nicht genügend lieben, tun Vieles, um geliebt zu werden. Sie sind selbstlos, im wahrsten Sinn des Wortes, opfern sich auf für andere und hoffen, – in den meisten Fällen bestimmt un-bewusst – dass sie für ihre Taten geliebt werden. Und wenn es ihnen nicht gedankt wird, erscheint plötzlich das Selbstmitleid.

Selbstmitleid heißt: Ich leide mit mir. Ich selbst tu mir Leid. Gut, ab und zu tut Selbstmitleid gut, man kann sich mal so richtig in sich fallen lassen. Aber lassen Sie es nicht zu oft zu. Es macht verbittert, verengt Ihre Blickrichtung, macht Sie tatenlos und vor allem: Es hilft überhaupt nichts!

Selbstmitleid belastet Ihre Psyche und damit Ihr Herz oder Ihren Magen. Es verschließt Ihre Augen und Ihre Ohren und lenkt Ihr ganzes Denken, Handeln und Fühlen nur noch in eine starre Richtung. Sie sehen die Blumen nicht mehr, die links und rechts vom Wegrand stehen.

Wir sind von unseren Eltern vieles gelehrt worden, sehr vieles war gut, doch einiges sollten wir abstreifen. Ich möchte hier nur 2 Beispiele nennen:

1. Man soll immer mehr geben als nehmen.

Ist es nicht aber sehr wichtig und völlig legitim, zuerst an seine eigenen Bedürfnisse zu denken? Natürlich geht es hier nicht um das Stillen der eigenen Bedürfnisse auf Kosten anderer, das wäre sicherlich verwerflich. Doch lassen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse nicht außer Acht, das hieße ja wiederum, Sie ignorieren sich selbst.

2. Geld ist schlecht

Wie viele Menschen haben das so verinnerlicht, dass sie wirklich im wahrsten Sinn des Wortes „arm dran“ sind. Geld ist nicht schlecht oder gut, Geld ist eine neutrale Masse und Geld zu besitzen ist äußerst positiv. Was der Mensch dann damit anfängt, das kann man in gut oder schlecht kategorisieren.

Wenn ich jedoch mein Leben lang diesen Satz „Geld ist schlecht“ innerlich unbewusst bejahe, wird Geld nie einen geliebten Platz in meinem Denken finden. Es wird flüchten oder zerfließen.

Verantwortung für das eigene Tun übernehmen

Selbstmitleid verleitet dazu, immer andere Menschen oder Umstände für die eigene Misere verantwortlich zu machen. Wenn man der Sache ganz ganz tief auf den Grund geht, kommt man in 98 % der Fälle darauf, dass die meisten für uns ungünstigen Situationen hausgemacht sind. Man fühlt sich jedoch als Opfer, bekommt Herzrasen, Herzrhtythmusstörungen oder andere Krankheiten.

Jeder Mensch ist eigenverantwortlich für das, was er tut. Man hat in 99 % der Fälle mindestens 2 Möglichkeiten zur Auswahl, wie man sich entscheiden kann. Wenn ich z.B. Alkoholiker bin, dann kann ich mich entscheiden, weiter zu jammern, zu trinken und mich selbst zu Grunde richten oder ich kann was dagegen tun. Das erfordert Eigenverantwortlichkeit, Kraft, Motivation und Disziplin. Ich kann entscheiden, ob ich den Weg in die Niederlage gehe oder den ins Licht wähle.

Ich wage zu behaupten, dass Selbstmitleid verlorene Lebenszeit ist. Jede Sekunde, die Sie damit zubringen, könnten Sie schon in ein positives Erlebnis umgewandelt haben. Was haben Sie zum Beispiel aus einer bestimmten Situation gelernt? Hat sie Sie auf Ihrem Lebensweg weitergebracht? War es vielleicht gut so, wie es gekommen ist, weil sich andere Möglichkeiten eröffnet haben? Wie haben Sie bestimmte Situationen gemeistert und ist das nicht wiederum ein Grund, sich wirklich dafür zu lieben?

Erzeugt Dankbarkeit nicht ein viel besseres Lebensgefühl?

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, jeden Tag dankbar zu sein. Es gibt jeden Tag unzählige Dinge, Situationen, Menschen, Gefühle, für die wir dankbar sein könnten. Aber was suchen sich viele heraus? Das Körnchen, das quer liegt. Und damit verbringen sie dann ihre Zeit. Mit negativen Gedanken, die ihnen buchstäblich auf der Seele liegen.

Ich verstehe nicht, warum Dankbarkeit so wenig Platz in unserer Welt hat. Wer dankbar ist aus vollem Herzen, der spürt, wie ihn dieses Gefühl emporhebt, wie es ihn buchstäblich beflügelt, wie es ihn voll Liebe zu allem erfüllt. Warum gönnt man sich dieses Gefühl so selten? Gibt es wirklich so viele Masochisten?

Es gibt Millionen von Gründen, dankbar zu sein. Seien wir dankbar, dass wir eine Wohnung haben, das wir genug zum Essen haben, dass wir in einem schönen Land und auf dieser Erde leben dürfen, dass wir Menschen um uns haben, die uns lieben und die wir lieben, die uns weiterbringen, seien wir dankbar für uns selbst.

Es gibt ein schönes Sprichwort von Kitahara Hakushu:
Ich habe Brot gekauft und habe rote Rosen geschenkt bekommen: Wie glücklich bin ich beides in meinen Händen zu halten!

Dankbarkeit erzeugt Glücksgefühl! Ist das nicht das beste Doping, was wir bekommen können?

Mein Wunsch an Sie für 2012:

Lernen Sie, sich selbst zu lieben, dann wird die Erde ein besserer Platz!

6 Kommentare

  1. „Ich verstehe nicht, warum Dankbarkeit so wenig Platz in unserer Welt hat.“

    Dankbarkeit braucht ein „Gegenüber“: Ich bin meiner Frau unendlich dankbar für all ihre Hilfe = Wäsche, Kochen, Bügeln und vieles mehr; ich bin meinem Freund dankbar, der mir bei Arbeiten in der Wohnung geholfen hat; ich bin meiner Mutter dankbar, die mich in einer schwierigen Situation finanziell unterstützt hat; ich bin meiner Nachbarin dankbar, die mir ein Glas selbstgemachter Marmelade schenkt. Es gibt noch tausend Beispiele. – Aber ich bin dankbar für meine Gesundheit , meine Wohnung, meine Versorgung – wem gegenüber??? Eine gott-lose Gesellschaft hat kein „Gegenüber“ mehr. Das ist das eigentliche Problem. Wir haben keine Beziehung mehr zu Gott, dem Schöpfer und Geber. Oder??

  2. danke beatrice, für den tollen artikel. hab dazu grade auch was tolles gelesen: http://www.selbstbewusstsein-staerken.net/selbstliebe/ schau mal vorbei, sehr inspirierend 🙂

  3. Hallo Beatrice, ich finde den Artikel auch toll.

  4. Hallo Beatrice,

    ein schöner Artikel. Hier hab ich auch noch was entdeckt, wo es um das Thema Selbstwertgefühl geht: http://www.selbstbewusste-kommunikation.de
    Selbstwertgefühl hängt ja eng mit Selbstliebe zusammen.

    Liebe Grüße

  5. Liebe Beatrice,

    ich finde dein Artikel bringt es sehr schön auf den Punkt. Statt in Selbstmitleid zu versinken, sollte man lieber Mitgefühl mit sich selber haben. Und Mitgefühl kann man nur erzeugen wenn man sich tatsächlich selber liebt. Davon bin ich mittlerweile überzeugt.
    Mich hat ebenfalls dieser Artikel hier sehr angesprochen: http://www.selbstbewusste-kommunikation.de/selbstliebe-lernen.php . In diesem wird noch ein anderer Blickwinkel zum Thema Selbstliebe aufgezeigt. Alles Liebe.

  6. Ich fahre eigentlich ganz gut mit der Einstellung so viel zu geben wie ich nur kann, aber immer zuerst dafür zu sorgen dass es mir gut geht. Ich kann niemand ohne Geld oder als ängstliches Nervenbündel helfen.

    Danke für den tollen Beitrag.

    LG Alina vom http://www.gesundheit10.de

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